Emotionaler Zusammenbruch von Stefanos Tsitsipas
Stefanos Tsitsipas wurde während eines emotionalen Zusammenbruchs in Madrid dabei gefilmt, wie er seinen eigenen Vater beschimpfte. Am Donnerstag beendete Tsitsipas eine Niederlagenserie von drei Spielen beim Madrid Open, doch der Sieg gegen den amerikanischen Lucky Loser Patrick Kypson wurde von einem der schockierendsten Vorfälle auf dem Platz in dieser Saison überschattet.
Der Vorfall auf dem Platz
Mikrofone erfassten, wie der griechische Spieler, der auf Platz 80 der Weltrangliste steht, während eines zermürbenden Matches mit 3-6, 7-6(6), 7-6(4) eine Reihe obszöner Beschimpfungen an seinen Vater und Trainer Apostolos richtete. Die Worte wurden auf Griechisch gesprochen, verbreiteten sich jedoch innerhalb von Minuten in den sozialen Medien.
„Bastard, du Stück Scheiße,“ war Tsitsipas zu hören. „Fick dich, Idiot. Hau ab, Dussel. Dummkopf.“
Das Filmmaterial verbreitete sich schnell online, wobei das spanischsprachige Tennis-Konto Tiempo de Tenis eines der ersten war, das den Clip teilte, der schnell Hunderttausende von Aufrufen sammelte.
Frustration und Druck
Die Ausbrüche kamen in einem Moment maximaler Frustration für einen Spieler, dessen Saison dramatisch aus den Fugen geraten ist. Tsitsipas war im ersten Satz gegen Kypson, einen auf Platz 90 eingestuften Spieler, der nur als Lucky Loser ins Turnier eingetreten war, mit 1-4 zurückgefallen. Der Druck einer möglichen Niederlage gegen einen solchen Gegner schien Tsitsipas über die Grenze zu treiben, und sein Vater bekam die volle Wucht der Folgen zu spüren.
Das Drama wurde durch eine separate Konfrontation mit Schiedsrichterin Marijana Veljovic verstärkt, die zwei Regelverstöße wegen Coaching aussprach, bevor sie Tsitsipas in einem kritischen Moment im dritten Satz mit einem Punkt bestrafte.
„Regelverstoß, Coaching, Punktabzug, Herr Tsitsipas,“ kündigte Veljovic an. „30-0.“
Tsitsipas wehrte sich sofort und stellte die Frage: „Stört das meinen Gegner? Soweit ich weiß, ist Coaching erlaubt.“ Veljovic erklärte die Regeln für diskretes Coaching und sagte ihm, dass sein Vater kontinuierlich von beiden Seiten des Platzes kommuniziert hatte.
Die Beziehung zwischen Vater und Sohn
Es war der Streit mit dem Schiedsrichter, der Tsitsipas ans Limit zu treiben schien, und die Beleidigungen, die er an Apostolos richtete, folgten kurz darauf. Die Trainer-Beziehung zwischen Vater und Sohn ist seit Jahren eine der am meisten kritisierten Partnerschaften im Tennis. Tsitsipas arbeitete zwischen 2024 und 2025 zeitweise mit Dimitris Chatzinikolaou und Goran Ivanisevic zusammen, kehrte jedoch nach der Trennung von Ivanisevic nach Wimbledon, wo schlechte Ergebnisse und öffentliche Kritik an seiner Fitness ihre Vereinbarung beendeten, zu seinem Vater zurück.
Nach dem Match
Trotz des Sieges in zwei Stunden und 41 Minuten war das bleibende Bild des Abends Tsitsipas, der in seinem Stuhl sitzt, rot im Gesicht, und über den Platz zu dem Mann schreit, der ihn seit seiner Kindheit trainiert hat. Nach dem Match erkannte Tsitsipas, wie sehr er den Sieg benötigte.
„Ich brauchte diesen Sieg wirklich. Er gibt mir Vertrauen,“ sagte er. „Ich habe viel versucht, verschiedene Bereiche meines Spiels zu verbessern, aber wenn du keine Siege erzielst, ist es schwer, Vertrauen und Glauben an dich selbst aufzubauen.“
Expertenmeinungen
Die Reaktion der Experten war deutlich. Der französische Tennisanalyst Benoit Maylin äußerte sich in der Sendung Sans Filet mit einem klaren Urteil: „Ich denke, er muss eine Pause vom Tennis machen. Sein Vater sollte ihn beraten, jetzt seinen Schläger niederzulegen und Ruhe zu finden, indem er Hilfe von einem Spezialisten sucht.“