Änderung der FIFA-Richtlinien
Die FIFA hat eine späte Änderung ihrer Richtlinien vorgenommen, die es den Fans der Weltmeisterschaft untersagt, wiederbefüllbare Wasserflaschen in die 16 Stadien des Turniers in Nordamerika mitzubringen. Dies betrifft auch Stadien, die nur begrenzten oder gar keinen Schatten bieten. Die Aktualisierung des „Stadionverhaltenskodex“ wurde am Donnerstag von einer englischen Fangruppe kritisiert, die argumentierte, die FIFA habe zuvor zugesichert, dass leere Plastikflaschen zum Befüllen mit kostenlosem Wasser erlaubt seien, insbesondere bei einem Turnier, bei dem Hitze und extremes Wetter erwartet werden.
„Natürlich ist der erste Gedanke der Unterstützer, dass dies nur der neueste Versuch ist, Geld zu machen“, sagte die Fangruppe Free Lions in einer Erklärung.
Wasser, Limonade und Säfte, die in den WM-Stadien verkauft werden, stammen ausschließlich von dem langjährigen FIFA-Sponsor Coca-Cola, wenn das Turnier am nächsten Donnerstag beginnt. Die ursprünglichen Stadionregeln der FIFA hatten festgelegt, dass Fans eine transparente, wiederverwendbare Flasche mit einem Fassungsvermögen von bis zu einem Liter oder 33,8 Unzen mitbringen dürfen. Das neueste Dokument vom Dienstag besagt nun: „Um Missverständnisse zu vermeiden, dürfen wiederverwendbare Wasserflaschen nicht ins Stadion mitgebracht werden.“
„In all unseren Diskussionen war die Verfügbarkeit von kostenlosem Wasser in den Stadien ein entscheidender Punkt, und wir wurden von der FIFA versichert, dass dies der Fall sein würde“, erklärte die Fangruppe aus England.
Begründung der FIFA
In einer Erklärung am Donnerstag sagte der Weltfußballverband, die Entscheidung, Flaschen zu verbieten – die möglicherweise geworfen werden könnten – sei getroffen worden, um das Risiko von Verletzungen für Spieler und Zuschauer zu minimieren. „Die FIFA verpflichtet sich, die Gesundheit und Sicherheit aller Spieler, Schiedsrichter, Fans, Freiwilligen und Mitarbeiter zu schützen“, hieß es.
Die FIFA erklärte, dass einige der 16 Stadien bereits das Mitbringen von Wasserflaschen untersagt hatten, sodass die Richtlinie nun für alle gilt. Mit Temperaturen von 32 Grad Celsius (90 Fahrenheit) und darüber, die in vielen der US-amerikanischen, mexikanischen und kanadischen Städte, die die 104 Spiele ausrichten, erwartet werden, kündigte die FIFA an, dass „Hitze-Minderungsmaßnahmen“ für Fans, die sich den Stadien nähern, „Nebelstationen, Ventilatoren, Hydrationsstationen, Kühlzelte und mehr“ umfassen würden.
„Innerhalb des Stadionbereichs werden die Preise für Wasserflaschen bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 mit denen anderer Veranstaltungen in jedem Stadion übereinstimmen“, erklärte der Fußballverband.
Reaktionen und Bedenken
Die FIFA hat auf die erwartete Hitze in einigen Freiluftstadien reagiert, indem sie drei Minuten lange Trinkpausen zur Mitte jeder Halbzeit in allen Spielen eingeführt hat. Kritiker haben angemerkt, dass die Umwandlung aller Spiele in vier Viertel dazu diente, mehr Pausen für die Sender zu schaffen, um Werbung zu verkaufen.
„Für all die Mühe, die sie mit den ‚Trinkpausen‘ für die Spieler aufbringen, ist dies eine so seltsame, späte Änderung“, sagte die Fangruppe Free Lions zu dem Verbot von Wasserflaschen.
Letzten Monat äußerten Wissenschaftler von World Weather Attribution (WWA) Bedenken über die Auswirkungen extremer Hitze auf das Wohlbefinden von Spielern und Fans, da Unterstützer als besonders verletzlich gelten. Insgesamt erwartet WWA, dass neun der 104 WM-Spiele bei über 26 Grad Celsius Wet Bulb Globe Temperature (79 Fahrenheit) (WBGT) gespielt werden. WBGT ist ein Index, der berücksichtigt, wie effektiv der Körper sich selbst abkühlen kann.