Brandi Carlile beim Super Bowl
SAN FRANCISCO (AP) — Brandi Carlile geht kein Risiko ein. Wenn die mehrfache Grammy-Gewinnerin beim Super Bowl auf das Feld tritt, um „America the Beautiful“ zu singen, betont Carlile, dass sie vollständig live auftreten wird — ohne vorab aufgezeichnete Sicherheitsnetze und in dem Bewusstsein, dass das Publikum jeden Tag ein Risiko eingeht, einfach indem es erscheint.
„Die Leute verdienen es, dich live zu erleben,“ sagte Carlile der Associated Press am Donnerstag. „Sie brauchen, dass du das Risiko eingehst, das sie jeden Tag eingehen, wenn sie auf die Straße gehen.“
Vorbereitung und Herausforderungen
Diese Entscheidung setzt den Ton für die Auftritte vor dem Spiel am Sonntag, die zu den technisch anspruchsvollsten Bühnen der Musik gehören. Einige Künstler gehen auf Nummer sicher, während andere vollständig präsent sind. Carlile, die vor dem Anpfiff zusammen mit Charlie Puth und Coco Jones auftreten wird, beschreibt eine Vorbereitung, die über Proben und Soundchecks hinausgeht.
Nachdem sie bereits in großen Freiluftveranstaltungsorten — einschließlich Elton Johns letztem Tourdatum im Dodger Stadium im Jahr 2022 — aufgetreten ist, erklärt sie, dass das Singen in einem Freiluftstadion eine spürbare Verzögerung im Klang mit sich bringt, bei der die Künstler ihre eigenen Stimmen einige Momente später zurückhallen hören.
„Ich habe mich mehr spirituell als technisch darauf vorbereitet,“ sagt Carlile. „Ich möchte dieses Lied mehr als ein Gebet denn als Prahlerei singen.“
Authentizität vs. Logistik
Live beim Super Bowl aufzutreten, erfordert schon lange ein sorgfältiges Gleichgewicht zwischen Authentizität und Logistik. Aufgrund der Akustik im Stadion, der Übertragungsverzögerungen und der Präzision, die von einem weltweit übertragenen Event gefordert wird, kombinieren Künstler oft Live-Gesang mit Backing-Tracks oder verwenden vorab aufgezeichnete Elemente, um eine konsistente Klangqualität im gesamten Veranstaltungsort und in der Übertragung sicherzustellen.
Diese Praxis ist nicht neu. Die ikonische Darbietung der Nationalhymne von Whitney Houston im Jahr 1991 wurde später bestätigt, dass sie einen vorab aufgenommenen Track verwendet hat. Katy Perry und andere Halbzeit-Performers haben ebenfalls eine Mischung aus Live-Gesang und Verstärkung als Teil hoch choreografierter Produktionen verwendet.
Vorbereitung von Coco Jones und Charlie Puth
Jones, die „Lift Every Voice and Sing“ singen wird, beschreibt ihre Vorbereitung weniger als Erklärung und mehr als Disziplin — verwurzelt im Respekt für das Lied selbst. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, ob eine Darbietung live oder unterstützt ist, betont sie die Wiederholung und probt, bis das Muskelgedächtnis übernimmt.
„Ich versuche, übermäßig zu üben,“ sagt sie. „Wenn alles zur zweiten Natur wird … bin ich nur ein Gefäß.“
Puth, der die Nationalhymne singen wird, geht den Moment sowohl als Produzent als auch als Sänger an — eine Denkweise, die durch jahrelange Kontrolle des Klangs vom Studio bis zur Bühne geprägt ist. Obwohl er bereits in Stadien aufgetreten ist, sagt er, dass jeder Veranstaltungsort seine eigenen Herausforderungen mit sich bringt.
„Es gibt kein Stadion, das gleich klingt,“ erklärt Puth.
Der Super Bowl als Sprungbrett
Für Carlile dient der Super Bowl auch als Brücke zu dem, was als Nächstes kommt. Nächste Woche wird sie die Human Tour starten, ihre erste Arena-Headlining-Tour. Es ist ein Meilenstein, den sie sowohl als aufregend als auch als einschüchternd beschreibt.
„Es wird das Beängstigende sein, was ich dieses Jahr tue,“ erklärt sie. „Sobald das vorbei ist, wird die Human Tour Disneyland den ganzen Tag lang sein.“
Carlile sagt, dass sie in diesem Moment lernt. Sie widersteht der Perfektion, bleibt präsent und vertraut sich selbst während ihrer Live-Darbietung, in der Hoffnung, dass ihre und die Darbietungen von Puth und Jones den Zuschauern eine Art Inspiration geben.
„Du musst aufwachen und ein Risiko mit dir selbst eingehen,“ sagt sie. „Das macht die Darbietung schön.“