Vergil Ortiz Jr. verklagt Golden Boy wegen Vertragsbruchs und fordert die Aufhebung seines Werbevertrags

Rechtsstreit zwischen Vergil Ortiz Jr. und Golden Boy Promotions

Vergil Ortiz Jr. (l.) und Oscar De La Hoya in glücklicheren Zeiten. Cris Esqueda/Golden Boy über Getty Images. Golden Boy Promotions sieht sich einem weiteren Rechtsstreit mit einem seiner Top-Stars gegenüber. Oscar De La Hoyas Promotionsfirma, die in den letzten Jahren bereits von Saul „Canelo“ Alvarez und Ryan Garcia verklagt wurde, muss sich nun einer rechtlichen Herausforderung durch den WBC-Interimsmeister Vergil Ortiz Jr. stellen.

Eine Klage wurde am Donnerstag im Namen von Ortiz vor einem Gericht in Nevada eingereicht, in der um deklaratorische Erleichterung gebeten wird und Vertragsbruch sowie Störung eines potenziellen wirtschaftlichen Vorteils geltend gemacht werden.

Vertragliche Vereinbarungen und Streitigkeiten

Ortiz unterzeichnete im Mai 2024 einen dreijährigen Werbevertrag mit Golden Boy, der eine Mindestgarantie von 1 Million Dollar pro Kampf vorsieht. Die Anwälte von Ortiz behaupten, dass er gemäß der Vereinbarung seinen Vertrag mit Golden Boy kündigen kann, wenn der Promoter keinen aktiven Rundfunkvertrag mit DAZN mehr hat und keinen exklusiven Vertriebsvertrag mit einem alternativen Sender sichern kann.

Der Vertrag von Golden Boy mit DAZN endete am 31. Dezember 2025 und wurde noch nicht verlängert, obwohl die beiden Parteien in Gesprächen über eine mögliche Verlängerung sind. Die Anwälte von Golden Boy argumentieren, dass Ortiz noch kein freier Agent ist, da sie weiterhin mit DAZN über einen neuen Medienrechtsvertrag verhandeln.

Erwartete Kämpfe und Konflikte

Im Mittelpunkt dieses Streits steht einer der am meisten erwarteten Kämpfe im Boxen. Ortiz und Jaron „Boots“ Ennis standen sich im Ring gegenüber, nachdem Ennis am 8. November gegen Erickson Lubin gewonnen hatte. Die Verhandlungen haben in den Monaten seitdem weitergedauert, aber ein Kampf zwischen den beiden hat sich bisher nicht materialisiert.

In den letzten Wochen wurde deutlich, dass der Konflikt zwischen Ortiz‘ Promoter De La Hoya und seinem Manager Rick Mirigian die Situation nicht verbessert hat. Mirigian hat behauptet, das Recht zu haben, direkt mit dem Promoter Eddie Hearn von Matchroom Boxing im Namen von Ortiz zu verhandeln, da Ortiz‘ Seite glaubt, sie seien ein werbefreier Agent.

„De La Hoya hat mehrere Videos und Beiträge auf seiner Instagram-Seite veröffentlicht, in denen er behauptet, die exklusiven Werberechte für die Kämpfe von Ortiz Jr. zu haben, was zu dem rechtlichen Streit führt, der offenbar bevorsteht.“

Finanzielle Aspekte und Verhandlungen

Laut Hearn haben er und De La Hoya bei einem Treffen mit dem Golden Boy-Chef und DAZN-Executives im Jahr 2025 eine Aufteilung des Preisgeldes von 45%/45% vereinbart – wobei die verbleibenden 10% an den Gewinner gehen – um die beiden gegeneinander antreten zu lassen. De La Hoya hat seitdem jedoch einen Deal von 55%-35% gefordert, wobei 10% an den Gewinner gehen.

De La Hoyas Fehden mit Hearn, Turki Alalshikh und anderen Promotern haben verhindert, dass De La Hoya im Namen von Ortiz arbeitet, um dessen Einnahmechancen zu maximieren, wird in der Klage behauptet. DAZN hat den Vertrag mit Golden Boy noch nicht verlängert, teilweise wegen des Versäumnisses des Unternehmens, als Nächstes einen Kampf mit Ennis zu organisieren, hat Uncrowned erfahren.

Eine hochrangige Quelle bei DAZN teilte Uncrowned mit, dass ein Wettkampf zwischen Ortiz und Ennis der einzige ist, den sie als Nächstes für die Boxer sehen möchte, und dass sie erheblichen Druck auf De La Hoya und Hearn ausübt, um den Kampf zu realisieren.

Golden Boy hat Ortiz mitgeteilt, dass es der einzige Kampf ist, den es für den Boxer machen möchte, was angeblich eine Verletzung seines Vertrags darstellt, der mindestens drei potenzielle Gegner erfordert.

Aktuelle Situation und Ausblick

Das Timing ist entscheidend. Während De La Hoyas Vertrag mit DAZN kürzlich abgelaufen ist, hat Hearns Medienrechtsvertrag mit DAZN nur noch sechs Monate und befindet sich ebenfalls in Verhandlungen über eine Verlängerung. Da Top Rank und Premier Boxing Champions kürzlich ihre Netzwerkverträge verloren haben und sich nicht in der Lage sehen, angemessene Ersatzlösungen zu finden, ist es offensichtlich, dass De La Hoya und Hearn nicht in der Lage sein wollen, nach einem neuen Boxsender zu suchen.