Einführung
HARRISBURG, Pa. (AP) — Sofia Tepichin war etwa 30 Minuten in ihr Training mit der Vereinsfußballmannschaft im Oktober, als sie einen schnell näherkommenden Verteidiger bemerkte. Sie spielte den Ball weg und sprang über den ausgestreckten Fuß des Verteidigers, landete ungeschickt und hörte ein „Knacken“. Sofort fiel sie zu Boden, Schmerz durchfuhr ihr linkes Knie, und sie wusste, dass es nicht gut war. „Es war herzzerreißend. Und ich wusste persönlich, dass ich mir das Kreuzband gerissen hatte,“ sagte Tepichin.
Die wachsende Zahl der Verletzungen
Tepichin reiht sich in die wachsende Zahl weiblicher Highschool-Athleten ein, die sich das vordere Kreuzband reißen – eine verheerende Knieverletzung, die Forscher dazu drängt, die Sportwelt dazu zu bringen, dies ernster zu nehmen. Jahrzehntelange Forschung zu Präventionsmethoden ist verfügbar, aber Eltern, Forscher und Trainer sagen, dass Teams, Trainer und Ligen nicht genug tun, um die Mädchen zu schützen und die Eltern aufzuklären. Weibliche Highschool-Athleten sind am anfälligsten.
Sportfans hören oft von hochkarätigen Athleten wie der US-Olympiasiegerin Lindsey Vonn, die sich das Kreuzband reißen, und viele Kreuzbandverletzungen werden als Pech oder als Teil des Sports abgetan, die auf allen Wettbewerbsniveaus weiterhin auftreten werden. Dennoch erleiden weibliche Athleten im Highschool-Alter diese Verletzungen in viel höheren Raten als ihre männlichen Kollegen – bis zu achtmal wahrscheinlicher, sagt eine Studie.
Präventionsmethoden und Herausforderungen
Biomechanikforscher, Trainer und Physiotherapeuten betonen, dass es Aufwärmübungen und Kräftigungsroutinen gibt – wie FIFA 11+ oder PEP – die zumindest das Risiko einer Verletzung verringern können, die eine so hohe physische und psychische Belastung für junge Athleten mit sich bringt. Aber die meisten Trainer haben keine Ausbildung oder Expertenhilfe, und Highschool-Mädchen treten in Umgebungen an, die weit weniger Ressourcen haben als die professionellen und kollegialen Ebenen. Infolgedessen werden Risikominderungsroutinen selten in die täglichen Trainingscurricula und -praktiken integriert.
„Das eigentliche Verbrechen dabei ist, dass die Daten seit 25 Jahren vorliegen,“ sagte Holly Silvers-Granelli, eine Physiotherapeutin und Biomechanikforscherin.
Die Trendlinie der Kreuzbandverletzungen ist nicht ganz klar, aber die National ACL Injury Coalition – gegründet vom Aspen Institute und dem Hospital for Special Surgery in New York – sagte, ihre Analyse von Daten von Highschool-Sporttrainern habe gezeigt, dass die durchschnittliche jährliche Kreuzbandverletzungsrate für Highschool-Athleten von 2007 bis 2022 um fast 26 % gestiegen ist. Die Rate für Mädchen stieg um mehr als 32 %, verglichen mit 14,5 % für Jungen.
Die Auswirkungen von Verletzungen
Wenn sie sich verletzen, finden sich Highschool-Athleten und ihre Eltern oft allein damit konfrontiert. Kreuzbandverletzungen können eine Operation und ein Jahr Rehabilitation, Physiotherapie und Krafttraining erfordern, was von der Versicherung möglicherweise nicht vollständig abgedeckt wird. Die Genesung verändert ihre Routine und Identität: Sie verpassen die Kameradschaft des Teams und stehen an der Seitenlinie, was ebenso hart sein kann wie das physische Trauma, sagen Eltern.
Viele Highschool-Athleten, die sich das Kreuzband reißen, erreichen nie wieder das gleiche Leistungsniveau, wenn sie überhaupt zum Sport zurückkehren, sagt die National ACL Injury Coalition. Und einmal verletzt, tragen sie ein erhöhtes Risiko für eine weitere Kreuzbandverletzung und langfristige Komplikationen wie degenerative Gelenkerkrankungen, sagen Forscher.
Aufruf zur Veränderung
Die Koalition hat die Sportwelt aufgefordert, Kreuzbandverletzungen wie Gehirnverletzungen zu behandeln. Sophia Gerardi, eine Schülerin der 10. Klasse an der Apollo Ridge High School in Pennsylvania, die sich im Dezember während eines Basketballspiels das Kreuzband riss, wurde von ihren Ärzten gesagt, dass sie für immer eine Kniebandage tragen muss, um Sport zu treiben. Sie hatte im Januar eine Operation, wird die Volleyballsaison verpassen und hofft, im nächsten Winter zur Basketballsaison zurückzukehren.
Wie viele Mädchen, die sich das Kreuzband rissen, erinnerte sie sich nicht daran, jemals eine Schulung zur Verletzungsprävention für das Kreuzband erhalten zu haben.
„Was ist die Lösung?“ fragte Vince Minjares, der das ACL-Verletzungspräventionsprojekt des Aspen Institute leitet.
In diesem Frühjahr wird die American Youth Soccer Organization – eine der großen nationalen Organisationen im US-Jugendfußball – neue alters- und stufenbasierte neuromuskuläre Trainingsprogramme einführen, die darauf abzielen, Kreuzbandverletzungen durch Aufwärmübungen zu verhindern.
Schlussfolgerung
„Es muss sich etwas ändern,“ sagte Tiffany Jacob, die Mutter einer Schülerin, die sich das Kreuzband riss. „Trainer, Vereine, irgendetwas. Sie müssen etwas tun, um dies zu verhindern, denn es ist einfach eine schreckliche Verletzung.“ Tepichin, eine Schülerin der 12. Klasse, wird ihr letztes Jahr im Highschool- und Vereinsfußball verpassen. Ihr nächster Auftritt auf dem Feld könnte für das Saint Vincent College in Pennsylvania sein, wo sie sich dem NCAA Division III-Team verpflichtet hat.
„Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht trainiere oder etwas tue,“ sagte sie, „oder mich für meine Gesundheit und meine Genesung verbessere.“