Taiwans olympische Boxmeisterin Lin Yu-ting gewinnt ersten Kampf bei den Asienmeisterschaften inmitten von Geschlechterdebatten

Erster internationaler Kampf für Lin Yu-ting

ULAANBAATAR, Mongolei (AP) — Lin Yu-ting hat am Dienstag ihren ersten internationalen Kampf seit den Olympischen Spielen 2024 in Paris bei den Asienmeisterschaften gewonnen, nachdem die World Boxing mitgeteilt hatte, dass sie einen Gentest bestanden hat. Taiwans erste olympische Boxmeisterin besiegte Thananya Somnuek aus Thailand mit 5:0 in der Runde der letzten 16 im 60-Kilogramm-Gewicht. Damit sicherte sich Lin einen Platz im Viertelfinale gegen die Favoritin der Gewichtsklasse, Ayaka Taguchi aus Japan.

Hintergrund und Berechtigungsrichtlinien

Die 30-jährige Lin wurde weniger als zwei Wochen vor den Asienmeisterschaften für den Wettkampf zugelassen. World Boxing übernahm im letzten Jahr die Rolle des olympischen Dachverbands für den Boxsport und führte im August eine Geschlechtsberechtigungsrichtlinie ein, die von allen Kämpfern einen einmaligen Gentest verlangt, um das Vorhandensein eines Y-Chromosoms zu identifizieren.

Die zweifache Weltmeisterin Lin qualifizierte sich im Dezember für die Asienmeisterschaften, indem sie ihre Landsfrau Wu Shih-yi besiegte, die bei den Olympischen Spielen in Paris eine Bronzemedaille im 60-kg-Gewicht gewann. Doch World Boxing bestätigte Lins Berechtigung erst am 19. März, und die Erklärung bezog sich nur auf ihre Teilnahme an World Boxing-Wettkämpfen. Es ist unklar, ob Lin sich weiteren Gentests unterziehen muss, wenn sie erneut an den Olympischen Spielen teilnehmen möchte.

Neue Regeln des Internationalen Olympischen Komitees

Das Internationale Olympische Komitee gab letzte Woche neue Regeln bekannt, die transgender Athleten betreffen und einen verpflichtenden Gentest einmal in der Karriere eines Athleten vorschreiben. Lin und Imane Khelif aus Algerien gewannen bei den Olympischen Spielen in Paris Goldmedaillen, während internationaler Aufmerksamkeit und Missverständnissen über das Geschlecht beider Boxer. Während beide die Berechtigungsregeln erfüllten, die zu diesem Zeitpunkt vom IOC, das das Turnier in Paris leitete, befolgt wurden, entfachte der Erfolg der beiden Kämpfer eine politisch aufgeladene Debatte über diese Standards.