Nigel Benn verteidigt die Entscheidung seines Sohnes
Nigel Benn hat die Entscheidung seines Sohnes Conor Benn, den Promoter Eddie Hearn zu verlassen, verteidigt. Doch die Erklärung des ehemaligen Weltmeisters nahm eine unerwartete Wendung, als das Gespräch auf das dunkelste Kapitel seiner eigenen Karriere zurückkam. In einem Interview mit Boxing King Media vor dem Kampf seines Sohnes gegen Regis Prograis in London argumentierte Benn, dass Loyalität im Boxen selten existiere und betonte, dass sein Sohn einfach die richtige finanzielle Entscheidung getroffen habe.
„Kein Respekt gegenüber Eddie, aber niemand hat etwas gesagt, als Eddie Sky Sports verlassen und zu DAZN gewechselt ist“, erklärte Benn. „Niemand hat jemals etwas gesagt, aber das war in Ordnung. Andere Kämpfer liebten es, auf Sky Sports zu kämpfen, aber sie mussten zu DAZN wechseln. Am Ende des Tages muss Conor dorthin gehen, wo das Geld ist.“
„Und wenn wir über Loyalität sprechen, wie Carl Froch einmal sagte: ‚Wenn du Loyalität willst, hol dir einen Labrador.‘“
Reflexion über die eigene Karriere
Benn wies dann auf Kämpfer aus seiner Ära hin, die nach dem Ende ihrer Karriere mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. „Ich musste mein Leben aufs Spiel setzen, genau wie Gerald McClellan sein Leben aufs Spiel setzen musste“, sagte Benn. „Und wer ist jetzt da, um ihm zu helfen?“
Benn stellte die Situation durch die Linse seiner eigenen Generation dar und wies auf Kämpfer hin, die alles im Ring riskierten, nur um wenig Unterstützung zu finden, als ihre Karrieren verblassten. Doch das Ansprechen dieser Ära bringt zwangsläufig schwerere historische Lasten mit sich. Benns Kampf im Februar 1995 gegen Gerald McClellan in der London Arena bleibt eine der tragischsten Nächte im Boxen und hinterließ den Amerikaner mit lebensverändernden Verletzungen.
Ein überraschender Moment
Dass Benn den „G-Man“ erwähnte, während er über den Loyalitätsstreit seines Sohnes sprach, war ein überraschender Moment, der das Gespräch zurück zum schlimmsten Kapitel seiner eigenen Karriere zog. Es fühlte sich fast so an, als würde Benn unbeabsichtigt zwei sehr unterschiedliche Kontroversen nebeneinanderstellen – das prägende schwarze Zeichen seiner eigenen Ära und den Rufsturm, der nun seinen Sohn umgibt.
Ob Conor Benns Ruf sich von dem, was geschehen ist, erholen kann, wird sich möglicherweise am Samstagabend zeigen. Anhand der Reaktionen bei den großen Ankünften in London, wo nur eine Handvoll Unterstützer erschienen, um ihn zu begrüßen, könnte es sich als ein schwieriger Abend für die Familie Benn herausstellen.
Über den Autor
Phil Jay ist Chefredakteur von World Boxing News (WBN) und ein erfahrener Boxreporter mit über 15 Jahren Erfahrung. Lesen Sie die vollständige Biografie.