Die vier verbleibenden Teams der Stanley Cup Playoffs 2026
Die NHL hat die entscheidende Phase der Stanley Cup Playoffs erreicht. Nur noch vier Teams kämpfen um den begehrten Pokal. Im Eastern Conference Final führen die Carolina Hurricanes gegen die Montreal Canadiens mit 2:1. Im Westen haben die Vegas Golden Knights gegen die Colorado Avalanche bereits eine 3:0-Führung aufgebaut.
Eastern Conference: Hurricanes vs. Canadiens
Carolina Hurricanes
Die Hurricanes waren bislang die konsistenteste Mannschaft in den Playoffs mit einer Bilanz von 10:1. Ihr Erfolg basiert auf einer starken Verteidigung, die die Gassen blockiert, und einem erstickendem Forecheck. Allerdings ist es fair zu sagen, dass sie bisher gegen schwächere Gegner antraten – zunächst gegen die Senators und dann gegen die Flyers.
Auf dem Papier verfügt dieses Team über alle notwendigen Werkzeuge, um den Stanley Cup zu gewinnen. Doch es gibt zwei offensichtliche Probleme: Erstens die Torwartleistung. Veteran Freddie Andersen war im Eastern Conference Final äußerst unzuverlässig. In drei Spielen ließ er zehn Tore bei 47 Schüssen zu – eine schwache Quote von 78,7 Prozent. Zwar tragen auch defensive Zusammenbrüche Schuld daran, doch ein Playoff-erfahrener Torwart sollte nicht so viele einfache Tore zulassen.
Das zweite Problem: Die Top-Line der Hurricanes hat sich bislang nicht durchgesetzt. Andrei Svechnikov, Sebastian Aho und Seth Jarvis hatten zwar viele Gelegenheiten, konnten diese aber nicht in Tore umwandeln. Diese Reihe muss ihre Leistung steigern, um als Cup-gewinnende Einheit zu fungieren.
Montreal Canadiens
Montreal ist diese Saison zurückgekehrt und hat sich zu einem aufregenden, jungen Team mit legitimalem Stanley-Cup-Potenzial entwickelt. Allerdings zeigt das Eastern Conference Final, dass noch viel Arbeit vor ihnen liegt. Ihr frei fließender Angriff, basierend auf langen Outlet-Pässen zu den Flügeln, ist taktisch interessant, aber zu vorhersehbar. Carolina passte sich nach Spiel eins an und ließ in den folgenden zwei Spielen nur 25 Schüsse zu, nachdem Montreal allein in Spiel eins 22 Schüsse hatte.
Das Team benötigt mehr Robustheit – sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Die eigentliche Erfolgsstory für Montreal ist die Durchbruchleistung von Rookie-Torwart Jakub Dobeš. Er etabliert sich als absolutes Phänomen und sieht wie ein zukünftiger Vezina-Kandidat aus. Ohne Dobeš hätten die Canadiens wahrscheinlich fünf bis sechs weitere Tore zugelassen.
Diese Serie ist noch lange nicht entschieden. Carolina hat Schwierigkeiten, hochwertige Chancen gegen Dobeš zu kreieren, während sie selbst mit Torwartproblemen kämpfen. Montreal ist schnell und geschickt – wenn sie den Code knacken, um Carolinas Verteidigung zu durchbrechen, werden sie Probleme verursachen.
Die Canadiens besiegten die Nummer 2 und 3 der Eastern Conference – die Tampa Bay Lightning und die Buffalo Sabres – um diesen Punkt zu erreichen. Die Hurricanes hingegen hatten eine leichtere Route durch die Metropolitan Division, bewies aber, warum sie das Top-Team der Eastern Conference sind.
Western Conference: Golden Knights vs. Avalanche
Colorado Avalanche
Die Avalanche waren die klaren Favoriten für den Stanley Cup in diesem Jahr. Sie beendeten die reguläre Saison mit einer beeindruckenden Bilanz von 55:16:11 und gewannen den Presidents‘ Trophy. Doch nun läuft alles schief. Eine Verletzung des Defensiv-Stars Cale Makar in der späten Saison wirkt sich bis in die Playoffs aus, und seine Abwesenheit zeigt sich deutlich in den Western Conference Finals.
Ohne Makar in voller Stärke bricht Colorados Form zusammen – sowohl offensiv als auch defensiv. Das Loch auf dem Eis ist sichtbar, und andere Spieler sind nicht eingesprungen. Martin Necas ist in dieser Nachsaison weitgehend verschwunden, und mit seiner schwachen Leistung leidet auch Nathan McKinnon.
Es könnte der Presidents‘-Trophy-Fluch sein, aber die Avalanche sehen nicht wie das Team aus, das die Liga während der regulären Saison dominierte. Mit 0:3 gegen die Knights ist es fast sicher, dass Colorado nach Hause fährt.
Vegas Golden Knights
Volle Anerkennung gebührt den Golden Knights. Sie sahen lange Zeit überhaupt nicht wie ein Cup-Team aus – bis sie John Tortorella spät in der Saison als Cheftrainer einsetzten. Mit Tortorella an der Bande ist dieses Team ein völlig anderes Tier. Ihre Veteranenerfahrung gepaart mit Star-Power machte sie zu einem Team, das man beobachten muss.
Einer der größten Nutznießer des neuen Coaching-Systems ist Mitch Marner, die große Free-Agent-Verpflichtung der Knights im letzten Sommer. Anfangs hatte er Schwierigkeiten, seinen Platz in Vegas zu finden, doch in der Nachsaison erzielte er 21 Punkte in 15 Spielen – verdient jeden Cent seines großen Vertrags.
Dieses Team ist schwer einzuordnen. Sie waren während der regulären Saison so durchschnittlich, dass es leicht zu ignorieren war, doch jetzt spielen sie so gut, dass man sie nicht übersehen kann.
Ähnlich wie im Osten gingen die Avalanche durch den härtesten Wettbewerb, während die Golden Knights eine leichte Route bekamen. Die Playoff-Struktur der NHL wird hier deutlich kritisierbar: Die Avalanche mussten die Nummer 2 und 3 der Western Conference spielen, um nur die Conference Finals zu erreichen – obwohl sie das beste Team der Konferenz sind. Vegas hingegen zog die Nummer 6 und 7, obwohl sie nur Fünfte in ihrer Division endeten.
Stanley-Cup-Finals-Vorhersage
Die Golden Knights sollten gegen die Avalanche abschließen. Die Hurricanes werden sechs Spiele benötigen, um Montreal zu besiegen. Dies führt zu Vegas gegen Carolina in den Stanley Cup Finals.
Es war ein großartiger Lauf für die Golden Knights, doch Carolina ist das härteste Team in diesen Playoffs. Ihre Verteidigung allein macht sie fast undurchdringlich, und kein Team hat sie bislang gelöst.
Sieger: Carolina Hurricanes – Stanley Cup 2026 (4:2)