Einleitung
Eine Welle von Ticketverlosungen, Tombolas und ungewöhnlichen Werbeaktionen im Zusammenhang mit bevorstehenden Boxveranstaltungen wirft Fragen auf, ob der schnell wachsende Zeitplan des Sports die Nachfrage beeinflusst. Mehrere aktuelle Beispiele sind auf verschiedenen Kampfkarten aufgetaucht, die von Wohltätigkeitsverlosungen bis hin zu Neuheiten-Wettbewerben reichen, die darauf abzielen, Tickets zu verteilen. Werbeaktionen, die Tickets anbieten, sind im Boxsport nicht neu, aber die Häufigkeit der neuesten Beispiele hat die Aufmerksamkeit von Fans und Branchenbeobachtern auf sich gezogen.
Beispiele für Ticketverlosungen
Einer der deutlichsten Fälle trat vor dem bevorstehenden Kampf von Tyson Fury im Tottenham Hotspur Stadium auf, wo World Boxing News berichtete, dass mehr als 12.000 Tickets noch verfügbar waren. Ein Beitrag in sozialen Medien kursierte, der sechs Tickets in Sektion 103 für nur 15 £ pro Stück anbot – ein Preis, der weit unter dem liegt, was normalerweise mit einem großen Boxereignis in einem Stadion verbunden ist. WBN versteht jedoch, dass die Veranstaltung bis zum 11. April ausverkauft sein wird.
Gleichzeitig bestätigte der in London ansässige Treasure Boxing Club, dass zehn Tickets kostenlos für junge Mitglieder des Clubs bereitgestellt wurden.
„Wir haben 10 kostenlose Tickets erhalten, die wir unseren Kindern geben können, das wird sehr geschätzt“,
sagte der Club gegenüber World Boxing News. Gemeinschaftsprogramme sind seit langem Teil der Boxkultur, aber das Auftauchen stark rabattierter Tickets neben kostenlosen Zuteilungen hat eine Diskussion über die Ticketverteilung angestoßen.
Ungewöhnliche Werbeaktionen
Andere Werbeaktionen im Zusammenhang mit bevorstehenden Kämpfen haben einen ungewöhnlicheren Ansatz gewählt. Während eines kürzlichen Werbeauftritts im Zusammenhang mit Derek Chisoras bevorstehendem Kampf gegen Deontay Wilder wurden die Fans eingeladen, an einem Spiel von Stuhlkreis teilzunehmen, wobei der Gewinner ein Paar Kampf-Tickets erhielt. Ein weiterer Wettbewerb, der in sozialen Medien kursierte, bot den Unterstützern die Chance, vier Tickets für Dave Allen gegen Filip Hrgovic im Doncaster Rovers Stadium zu gewinnen. Die Teilnahme kostete jeweils 1 £, wobei die Organisatoren angaben, dass alle Einnahmen für wohltätige Zwecke verwendet werden. Die Tickets selbst hatten einen Nennwert von jeweils 50 £.
Trend und Auswirkungen
Einzelne Beispiele können leicht als kreative Werbung, Fan-Engagement oder wohltätige Fundraising-Aktionen erklärt werden. Allerdings ist es nicht unbemerkt geblieben, dass mehrere ähnliche Angebote innerhalb kurzer Zeit auftauchten. World Boxing News hebt den Trend hervor, weil er sich nach mehr als 15 Jahren Berichterstattung über den Sport abhebt. Situationen, in denen Tickets stark rabattiert oder durch Neuheiten-Wettbewerbe verteilt werden, waren historisch gesehen selten, wenn Kämpfe starkes öffentliches Interesse wecken.
Der Zeitpunkt fällt auch mit einer Phase zusammen, in der der Boxkalender sich schnell erweitert. Veranstalter müssen möglicherweise realistischer über die Größe der Veranstaltungsorte werden, wenn die Anzahl der Veranstaltungen weiter wächst. Mehrere Werbeunternehmen operieren jetzt unter demselben Rundfunkdach, was einen zunehmend überfüllten Zeitplan schafft. DAZNs langfristige Pläne verdeutlichen, wie schnell dieser Kalender gefüllt werden könnte. In einem Bericht über die Vereinbarung der Plattform mit Top Rank erläuterte WBN DAZNs Ambitionen, einen regelmäßigen wöchentlichen Kampf-Nacht-Zeitplan aufzubauen.
Die Zukunft des Boxens
Während der Ankündigung skizzierte DAZN-Manager Pete Oliver die langfristige Vision der Plattform:
„Wir möchten an den Punkt gelangen, an dem wir jeden Samstagabend hier in den USA einen Kampf haben, damit die Boxfans wissen, dass sie die DAZN-App einschalten können und einen Kampf hier in einer US-Zeitzone sehen können“,
sagte Oliver. Die Strategie folgt DAZNs wachsender Ausrichtung auf große Promoter wie Matchroom, Golden Boy, Queensberry und Top Rank.
Wenn Boxen jede Woche auf derselben Plattform erscheint, könnten die Fans schließlich vor schwierigen Entscheidungen stehen, für welche Veranstaltungen sie bereit sind zu zahlen. Der Sport hat traditionell auf Vorfreude gesetzt, wobei große Kämpfe über Wochen oder Monate hinweg an Fahrt gewinnen, bevor die erste Glocke läutet. Ein konstanter Zeitplan von Veranstaltungen könnte allmählich dieses Gefühl des Anlasses untergraben. In diesem Umfeld müssten die Veranstalter nicht nur mit rivalisierenden Shows, sondern auch mit dem schieren Volumen des Boxens selbst konkurrieren.
Sollte sich diese Situation entwickeln, könnte die jüngste Welle von Tombolas, kostenlosen Zuteilungen und Neuheiten-Wettbewerben einen frühen Einblick geben, wie Veranstalter versuchen, die Arenen voll zu halten. Es könnte sich auch als vorübergehende Phase kreativen Marketings herausstellen. So oder so ist es eine Entwicklung, die nicht unbemerkt geblieben ist: Mehrere Boxveranstaltungen verteilen innerhalb derselben Woche Tickets auf ungewöhnliche Weise.