Die Herausforderung der Colorado Avalanche
Für ein Team, das in dieser Saison viele Gegner mit Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und offensivem Druck überwältigt hat, haben die Colorado Avalanche einen merkwürdig hartnäckigen Makel in ihrem Lebenslauf: Sie geben weiterhin Unterzahl-Tore ab. In dieser Saison haben die Avalanche in 64 Spielen 12 Unterzahl-Tore zugelassen – die meisten in der NHL. Diese überraschende Statistik ist für eines der besten Teams der Liga alarmierend, und bis zu einem gewissen Grad ist sie es auch.
Die Statistik im Detail
Doch die Geschichte legt nahe, dass dies weit davon entfernt ist, ein tödlicher Fehler zu sein. Colorado hat große Teile der Saison dominiert, obwohl das Powerplay nicht immer zu den besten der Liga gehörte. Das Penalty-Killing hingegen bleibt eine der zuverlässigsten Einheiten der NHL, die konstant gegnerische Powerplays ausschaltet und die Avalanche im Spiel hält.
In letzter Zeit ist jedoch ein seltsamer Trend aufgetaucht. Während das Powerplay der Avalanche begonnen hat, mit einer höheren Quote zu konvertieren, ist das Risiko am anderen Ende des Eises gestiegen. Colorado hat in den letzten 24 Spielen acht Unterzahl-Tore zugelassen – ein Anstieg, der für ein Team mit legitimen Stanley-Cup-Ambitionen auffällt. Es ist keine Krise, aber es ist etwas, das die Avalanche lieber bereinigen würden, während der Kalender auf die Playoffs zusteuert.
Vergangenheit und Gegenwart
Ein Problem, das selbst großartige Avalanche-Teams hatten. Merkwürdigerweise haben Unterzahl-Tore gegen die Avalanche auch in der Vergangenheit verfolgt – selbst während der Meisterschaftssaisons. Als die Franchise ihren ersten Stanley Cup nach dem Umzug nach Denver im Jahr 1996 gewann, erlaubte Colorado in der regulären Saison erstaunliche 22 Unterzahl-Tore. Diese Zahl bleibt die höchste in der NHL-Geschichte, zusammen mit den Pittsburgh Penguins 1984–85 und den Minnesota North Stars 1991–92. Doch das hielt die Avalanche nicht davon ab, den Stanley Cup zu gewinnen.
„Die Avalanche waren die klare Anomalie, und es schadete sicherlich nicht, dass sie einen der größten Torhüter in der NHL-Geschichte – Patrick Roy – im Tor hatten.“
Selbst die legendären Avalanche von 2000–01, die weithin als eines der talentiertesten Teams der modernen Ära gelten, waren nicht immun gegen dieses Problem. Dieses Team erlaubte in der regulären Saison 11 Unterzahl-Tore, was den neuntmeisten in der Liga entspricht.
Die Bedeutung der Anpassungen
Mit anderen Worten, Elite-Teams können dieses Problem überstehen – und manchmal sogar Meisterschaften gewinnen, trotz dessen. Dennoch sind die Zahlen wert, im Auge behalten zu werden. Colorados 12 zugelassene Unterzahl-Tore führen bereits die Liga an, und es stehen noch 18 reguläre Saisonspiele aus. Bei ihrem aktuellen Tempo – 12 Tore in 64 Spielen – sind die Avalanche auf dem besten Weg, etwa 15 Unterzahl-Tore über eine 82-Spiele-Saison zuzulassen. Das wäre immer noch eine bemerkenswerte Zahl, bleibt aber deutlich unter dem Allzeithoch. Im großen Schema ist es ein handhabbares Problem und kein katastrophales.
In dieser Phase der Saison sind umfassende Änderungen selten die Antwort. Die Avalanche werden ihr Powerplay-System nicht neu erfinden, während die Playoffs bevorstehen – und das sollten sie auch nicht. Was jetzt zählt, sind die kleinen Anpassungen, die gute Teams von Meisterschaftsteams unterscheiden. Puck-Management wird entscheidend. Das Antizipieren ebenfalls. Lose Pucks an der blauen Linie müssen gewonnen werden. Riskante Pässe über das Eis müssen richtig getimt werden. Wenn ein Spiel zusammenbricht – und irgendwann wird eines zusammenbrechen – muss die Reaktion sofort erfolgen.
„Das ist der Moment, in dem Meisterschaftsgewohnheiten übernehmen: Rückwärtsdruck, defensives Bewusstsein und der Instinkt, sich zu erholen, anstatt zu zögern.“
Die Playoffs und die Zukunft
In den Playoffs wird jeder Fehler vergrößert. Ein einziges Unterzahl-Tor kann den Schwung kippen, eine Menge zum Schweigen bringen oder eine ganze Serie drehen. Martin Necas war in dieser Saison ein Lichtblick im Powerplay für die Avalanche. Aber wenn die Avalanche weiterhin Offensivdruck im Powerplay erzeugen und gleichzeitig diese defensiven Lücken schließen, wird die Gleichung einfach: Ein gefährliches Powerplay gepaart mit erstklassigem Fünf-gegen-Fünf-Spiel macht Colorado zu einem der schwierigsten Teams in der NHL, um sie zu schlagen. Und wenn die Geschichte uns etwas gelehrt hat, dann das: Selbst Avalanche-Teams mit Mängeln haben einen Weg gefunden, alles zu gewinnen.