DFB schließt Boykott der Weltmeisterschaft aus
Der Deutsche Fußballverband (DFB) hat einen Boykott der Weltmeisterschaft ausgeschlossen, trotz interner Aufrufe, um eine Botschaft an den US-Präsidenten Donald Trump zu senden. „Wir glauben an die vereinigende Kraft des Sports und die globale Wirkung, die eine FIFA-Weltmeisterschaft haben kann“, erklärte der Verband in einer am Freitagabend veröffentlichten Stellungnahme. „Unser Ziel ist es, diese positive Kraft zu stärken – nicht sie zu verhindern.“
Diskussion über Boykott
Der DFB gab bekannt, dass sich der Vorstand getroffen und die Möglichkeit eines Boykotts des Turniers in den USA, Kanada und Mexiko diskutiert hat. Dieser Vorschlag wurde erstmals von DFB-Vizepräsident Oke Göttlich geäußert, der auch Präsident des Bundesliga-Clubs St. Pauli ist. Göttlich verwies auf Trumps jüngste Aktionen und Aussagen und sagte, es sei an der Zeit, einen Boykott „ernsthaft in Betracht zu ziehen“.
„Debatten über Sportpolitik intern und nicht öffentlich geführt werden sollten“
In einer öffentlichen Rüge an Göttlich stellte der DFB jedoch klar, dass ein Boykott „derzeit nicht in Betracht gezogen wird“. Der DFB steht in Kontakt mit Vertretern aus Politik, Sicherheit, Wirtschaft und Sport zur Vorbereitung auf das Turnier, das vom 11. Juni bis 19. Juli stattfinden soll.
Internationale Besorgnis
Trump hat in Europa Unruhe gestiftet, unter anderem durch seinen Übernahmeversuch von Grönland und Drohungen, Zölle auf europäische Länder zu erheben, die sich ihm widersetzen. Auch die US-Aktionen in Venezuela und der Umgang mit Protesten in amerikanischen Städten haben Besorgnis ausgelöst. Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter riet letzte Woche den Fans, dem Turnier fernzubleiben.
Fan-Bedenken
Die Fans äußerten bereits Bedenken wegen hoher Ticketpreise, während Reisebeschränkungen, die von der Trump-Administration verhängt wurden, auch verhindern könnten, dass Unterstützer aus einigen teilnehmenden Nationen anwesend sind. Die deutsche Mannschaft wird jedoch auf jeden Fall teilnehmen. „Wir wollen nächsten Sommer fair gegen die anderen qualifizierten Teams antreten“, sagte der DFB. „Und wir möchten, dass Fans weltweit ein friedliches Fest des Fußballs in den Stadien und Fan-Zonen feiern – so wie wir es bei der Europameisterschaft 2024 in unserem eigenen Land erlebt haben.“