Bericht: Maple Leafs interviewen Jay Woodcroft diese Woche – Ist er ein Favorit für die neue Cheftrainer-Position?

Interview mit Jay Woodcroft

Die Toronto Maple Leafs werden diese Woche den Assistenztrainer der Anaheim Ducks, Jay Woodcroft, interviewen, wie der Hockey-Insider Frank Seravalli berichtet. Der 49-jährige Torontoer, der auch letzte Woche mit den Los Angeles Kings gesprochen hat, wird von Seravalli als „einer der Favoriten“ für den Job in Toronto bezeichnet, was ihn zu einem starken Kandidaten für die nächste NHL-Cheftrainer-Rolle macht.

Die Trainerposition in Toronto wurde nach der abrupten Entlassung von Craig Berube nach einer enttäuschenden Saison frei und hat bereits erhebliches Interesse in der Hockeywelt geweckt. Mit dem neuen General Manager John Chayka und dem leitenden Berater Mats Sundin an der Spitze führt die Organisation eine „breite und tiefgehende“ Suche durch, so Chayka. Diese Entwicklung erfolgt, während der Suchprozess der Leafs noch in den frühen bis mittleren Phasen ist.

Woodcrofts Trainerkarriere

Woodcrofts Trainerreise ist eine von stetigem Fortschritt und bemerkenswerten Erfolgen. Er begann seine NHL-Trainerkarriere 2005 als Video-Coach bei den Detroit Red Wings und trug zu ihrem Stanley-Cup-Sieg 2008 bei. Danach verbrachte er sieben Saisons (2008-2015) als Assistenztrainer bei den San Jose Sharks unter Todd McLellan und half dem Team, in den Jahren 2010 und 2011 in die Western Conference Finals zu gelangen.

Nach seiner Rückkehr zu McLellan bei den Edmonton Oilers als Assistenztrainer von 2015 bis 2018 übernahm Woodcroft 2018 die Cheftrainerposition des AHL-Teams der Organisation, den Bakersfield Condors. In über vier Saisons erzielte er eine starke Bilanz von 105-71-21, sicherte sich zwei Titel in der Pacific Division und entwickelte zahlreiche Spieler, die in die NHL aufstiegen.

Sein großer Durchbruch auf NHL-Ebene kam im Februar 2022, als er zum Interim-Cheftrainer der Oilers zur Mitte der Saison befördert wurde. Woodcroft stabilisierte schnell ein kämpfendes Edmonton-Team und führte sie zu einer Bilanz von 38-26-9 in 73 Spielen und einem Playoff-Lauf, der das Western Conference Final erreichte. In der folgenden vollen Saison (2022-2023) führte er die Oilers zu einer Franchise-Bestmarke von 50-23-9 (109 Punkte) und stellte einen NHL-Rekord mit einer Power-Play-Effizienz von 32,4 % auf. Das Team wurde in der zweiten Runde der Playoffs eliminiert.

Insgesamt steht Woodcrofts NHL-Cheftrainerbilanz bei 79-41-13 (.643 Punktequote) über 133 reguläre Saisonspiele, mit einer Bilanz von 14-14 in den Playoffs. Diese Zahlen spiegeln einen Trainer wider, der in der Lage ist, Star-Talente wie Connor McDavid und Leon Draisaitl zu maximieren, während er strukturiertes defensives Spiel und Exzellenz in den Spezialteams implementiert. Allerdings endete seine Amtszeit in Edmonton mit einem bitteren Nachgeschmack. Nach einem 3-9-1 Start in die Saison 2023-24 wurde Woodcroft im November 2023 entlassen, während das Team unter einem neuen Cheftrainer in die Stanley Cup Finals vorrückte.

Woodcrofts Eignung und Chancen in Toronto

Was macht Woodcroft zu einem attraktiven Kandidaten für die Maple Leafs? Mehrere Faktoren stechen hervor. Erstens spiegelt seine Erfahrung, ein talentiertes, unterdurchschnittliches Team in Edmonton umzudrehen, die Herausforderungen wider, mit denen Toronto in den letzten Jahren konfrontiert war. Die Leafs verfügen über erstklassige offensive Talente in Auston Matthews und William Nylander, haben jedoch mit Konsistenz, defensiver Struktur und Erfolg in den Playoffs über die erste Runde hinaus zu kämpfen.

Woodcrofts Schwerpunkt auf Spielerentwicklung, detaillierten Systemen und Spezialteams könnte diese Lücken schließen. Seine Erfolgsbilanz mit den Condors zeigt seine Fähigkeit, junge Talente zu fördern, was wertvoll sein könnte, da Toronto möglicherweise Perspektiven integriert. Als Torontoer könnte ihm auch helfen, die intensive Medienaufmerksamkeit und die Erwartungen der Fans, die mit dem Job einhergehen, zu navigieren.

Dennoch ist die Suche der Leafs noch lange nicht abgeschlossen. Namen wie Bruce Cassidy (ein Stanley-Cup-Sieger mit einer bewährten Erfolgsbilanz), Peter Laviolette und der aufstrebende College-Trainer David Carle von der University of Denver wurden als potenzielle Ziele genannt. Interne Optionen, wie der Assistenztrainer Derek Lalonde, werden ebenfalls in Betracht gezogen, während ein breites Netz ausgeworfen wird, bevor es eingegrenzt wird. Woodcrofts Chancen erscheinen solide, aber nicht garantiert. Als „Favorit“ sitzt er wahrscheinlich in einer kleinen Gruppe von Top-Anwärtern.

Der Druck in Toronto

Die Leafs haben seit 2004 nicht über die zweite Runde hinaus erreicht und kommen von einer Saison, in der sie unter Berube den letzten Platz in der Atlantic Division belegten. Chaykas Regime, gestärkt durch Sundins Hockey-Know-how, benötigt einen Trainer, der Respekt im Raum einfordern, eine nachhaltige Identität implementieren und Ergebnisse in einem Umfeld liefern kann, das auf sofortigen Erfolg ausgerichtet ist.

Was vor uns liegt

Während der Prozess auf persönliche Interviews zusteuert, werden alle Augen darauf gerichtet sein, wie Woodcroft seine Vision präsentiert. Für die Leafs-Fans bietet die Vorstellung eines Heimtrainers mit nachweislichem NHL-Erfolg Hoffnung nach Jahren der Playoff-Enttäuschung. Doch die Hockeygeschichte ist gespickt mit vielversprechenden Kandidaten, die nicht ganz in das einzigartige Puzzle des Coachings in Toronto passten. Woodcroft hat bereits bewiesen, dass er auf NHL-Ebene gewinnen und Spieler entwickeln kann. Ob er der 33. Cheftrainer in der Geschichte der Maple Leafs wird, bleibt abzuwarten. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, während Chayka und sein Team versuchen, die richtige Stimme zu finden, um eine Franchise zu führen, die nach nachhaltigem Erfolg strebt.