Vorfall zwischen Benfica und Real Madrid
MADRID (AP) — Der Benfica-Spieler Gianluca Prestianni hat bestritten, den Real Madrid-Stürmer Vinícius Júnior rassistisch beleidigt zu haben. „Ich war noch nie rassistisch gegenüber jemandem und ich bedauere die Drohungen, die ich von Real Madrid-Spielern erhalten habe,“ sagte der 20-jährige argentinische Stürmer auf X.
Unterbrechung des Spiels
Das Champions-League-Playoff-Spiel im Stadion von Benfica wurde am Mittwoch für fast 10 Minuten unterbrochen, nachdem der Schiedsrichter das Anti-Rassismus-Protokoll eingeleitet hatte. Benfica zeigte am Donnerstag Unterstützung für Prestianni und behauptete, dass die Madrider Spieler, die gesagt hatten, sie hätten die Beleidigung gehört, zu weit entfernt gewesen seien.
Reaktionen der Fans und Spieler
Die Benfica-Fans reagierten wütend auf Vinícius‘ Torfeier in der 50. Minute, bei der er an der Eckfahne tanzte, und warfen Flaschen sowie andere Gegenstände in Richtung der Madrider Spieler. Prestianni konfrontierte dann Vinícius und sagte etwas, während er seinen Mund mit seinem Trikot bedeckte. Vinícius behauptete, Prestianni habe ihn während des Spiels rassistisch beleidigt, das Madrid mit 1:0 gewann.
Rückspiel und weitere Entwicklungen
Madrid empfängt das Rückspiel am 25. Februar, wobei der Gesamtsieger in die Runde der letzten 16 des höchsten europäischen Vereinsfußballwettbewerbs aufsteigt. Die Madrider Spieler sagten, sie hätten in Erwägung gezogen, das Feld zu verlassen, entschieden sich aber schließlich, weiterzuspielen.
Benfica’s Stellungnahme
Benfica postete ein Video auf X. „Wie die Bilder zeigen, konnten die Real Madrid-Spieler aufgrund der Entfernung nicht gehört haben, was sie gesagt haben, dass sie gehört haben,“ erklärte Benfica.
Der Klub hatte bereits Prestiannis Erklärung zusammen mit den Worten veröffentlicht: „Gemeinsam, an deiner Seite.“ Prestianni verteidigt sich: Er bestand darauf, dass Vinícius missverstanden habe, was gesagt wurde, während die Benfica-Spieler nach dem Spiel angeblich sagten, der Argentinier habe den brasilianischen Stürmer provoziert, ihn aber nie rassistisch beleidigt.
Prestiannis Erklärung
„Ich möchte klarstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt rassistische Beleidigungen gegen den Spieler Vinícius Júnior gerichtet habe, der leider missinterpretiert hat, was er dachte, gehört zu haben,“ sagte Prestianni.
Er erklärte nicht, warum er seinen Mund bedeckte. Der Schiedsrichter schien zu zeigen, dass er nichts gehört hatte und deutete an, dass Prestianni das Trikot über seinem Mund hatte.
Vinícius‘ Reaktion und Unterstützung von Mbappé
Vinícius, der schwarz ist und wiederholt rassistischen Übergriffen in Spanien ausgesetzt war, ging an die Seitenlinie und setzte sich auf die Bank, während das Spiel gestoppt wurde. Prestianni erhielt keine gelbe Karte und spielte weiter. Er wurde in der 81. Minute ausgewechselt und von den Benfica-Fans applaudiert.
Kylian Mbappé gehörte zu den Madrider Spielern, die Vinícius stark verteidigten und auf X posteten: „Tanz, Vini, und bitte hör niemals auf. Sie werden uns niemals sagen, was wir tun oder nicht tun sollen.“ Der französische Star sagte auch, Prestianni sollte nie wieder in der Champions League spielen.
UEFA und Mourinhos Reaktion
Die UEFA erklärte in einer Mitteilung, dass „die offiziellen Berichte über die gestern gespielten Spiele derzeit überprüft werden.“ Kameras nahmen Vinícius auf, wie er dem französischen Schiedsrichter François Letexier sagte, dass Prestianni ihn einen „Affe“ genannt habe.
Benficas Trainer José Mourinho kritisierte Vinícius dafür, dass er an der Benfica-Flagge feierte. Er sprach mit beiden Spielern und sagte, er wolle nicht sagen, dass er den einen über den anderen glaubte. Mourinho sagte, er habe Vinícius gesagt, dass der größte Spieler in der Geschichte von Benfica — Eusébio — ebenfalls schwarz war, stellte aber in Frage, warum der Madrider Spieler so häufig Ziel rassistischer Übergriffe war.
Vinícius erhielt nach der Torfeier am Dienstag eine gelbe Karte. Einige Online-Videos am Mittwoch schienen zu zeigen, dass einige Benfica-Fans von den Tribünen Affen-Gesten machten.