Anthony Joshua: Ein Superheld ohne Top-Kämpfer-Status?

Regis Prograis äußert Zweifel an Anthony Joshuas Status

Der ehemalige Weltmeister Regis Prograis hat Anthony Joshuas Stellung unter den heutigen Elite-Schwergewichten in Frage gestellt. Er betont, dass der Brite zwar einer der vermarktbarsten Namen im Boxen bleibt, seine Kampffähigkeiten jedoch nicht mit diesem Image übereinstimmen.

Prograis‘ Kritik an Joshuas Leistungen

In einem offenen Interview mit Fight Hub TV äußerte Prograis, dass die Menschen um Joshua herum sein Profil aufgrund seiner Physis und öffentlichen Anziehungskraft aufgebläht haben, anstatt aufgrund seiner Leistungen im Ring.

„Können wir Anthony Joshua ein Top-Schwergewicht nennen? Ich denke nicht, dass wir ihn so nennen können“,

sagte Prograis.

Der Interviewer von Fight Hub schlug vor, dass Joshuas Lebenslauf ihn immer noch unter die Top fünf bringt, insbesondere da Usyk die Division dominiert. Prograis widersprach:

„Top fünf? Ich weiß nicht. Ich würde sagen, Top zehn. Es gibt immer noch Kämpfer da draußen. Sie haben nicht die Namen wie Anthony Joshua, weil er einfach vermarktbar ist. Er sieht aus wie ein verdammter Superheld. Sechs Fuß sechs, durchtrainiert, muskulös – also sieht er aus wie ein Superheld.

Vermarktbarkeit, ja, er ist ganz oben. Aber was die Kampffähigkeiten angeht, denke ich, dass es andere gibt, die sich definitiv sicher fühlen, ihn zu schlagen. Also ja, ich weiß nicht.“

Joshuas kommerzielle Bedeutung und wachsende Zweifel

Joshua bleibt eine der bedeutendsten kommerziellen Kräfte im Boxsport, füllt Stadien im ganzen Vereinigten Königreich und zieht Aufmerksamkeit auf sich, wann immer er kämpft. Die Kommentare von Prograis spiegeln jedoch ein wachsendes Gefühl unter Kämpfern, Medien und Fans wider, das Joshuas Schwächen auf höchstem Niveau betrifft.

Andy Ruiz Jr. entthronte den ehemaligen zweifachen vereinigten Champion 2019, und Usyk boxte ihn in seinen wichtigsten Kämpfen zweimal aus. Trotz der Rückkehr zu Siegen gegen Kämpfer wie Otto Wallin, Robert Helenius und Francis Ngannou bestehen nach einem beeindruckenden Knockout durch Dubois Zweifel an Joshuas Fähigkeiten.

Die Kluft zwischen Image und Substanz

Die Einschätzung von ‚The Rougarou‘ zieht eine klare Linie zwischen Image und Substanz. Joshuas imposante Physis und polierte öffentliche Persona machen ihn zu einem Traum für Promoter und Sender. Kritiker argumentieren jedoch, dass seine Leistungen im Ring die Anpassungsfähigkeit und den Kampfgeist vermissen lassen, die Rivalen wie Usyk und Tyson Fury zeigen.

Die sich verändernde Wahrnehmung eines Kämpfers

Ob Joshua nun zu den Top fünf gehört oder außerhalb der Top zehn steht, die Debatte hebt die sich verändernde Wahrnehmung eines Kämpfers hervor, der einst von seinem Promoter und besten Freund im Boxen, Eddie Hearn, als das klare Gesicht der Schwergewichtsklasse angesehen wurde. Der Matchroom-Chef zog einmal Vergleiche zu Muhammad Ali – Aussagen, die dem Mann aus Watford wenig nützten, als es darum ging, diese Worte zu untermauern.

Mit 35 Jahren hat Joshua nur wenig Zeit, um Meinungen zu ändern. Angesichts der sich verändernden Schwergewichtsszene könnten nur wenige Gelegenheiten ihm ermöglichen, Prograis eines Besseren zu belehren. Für den Moment bleibt die Wahrnehmung bestehen: Joshua mag wie ein alles überwindender Schläger aussehen, aber sein Platz unter den Elite bleibt ernsthaft in Frage.